Lucas erklärt...

Hier gibt´s grundsätzliche Informationen, die du wissen solltest. Um was gehts überhaupt? Was ist die DPSG? Was ist eine Jahresaktion? Und was hat die aktion12 damit zu tun?
Gut, oder? Also weiter.

Hier gibt´s grundsätzliche Informationen, die du wissen solltest. Um was gehts überhaupt? Was ist die DPSG? Was ist eine Jahresaktion? Und was hat die aktion12 damit zu tun?
Gut, oder? Also weiter.

Teure Sprache
Wörter sind teuer, Paul ist arm. Wie soll er ohne oder mit wenigen Worten Maries Liebe gewinnen? Ein poetisches Bilderbuch über die Kraft der Liebe und der Worte. Eignet sich als Einstieg ins Thema „Kinder- und Jugendarmut“ für Wölflinge und erwachsene Kinder.
Die große Wörterfabrik | Agnès
de Lestrade | mixtvision Verlag |
40 Seiten | 13,90 Euro

Arm? Ich doch nicht.
Die Filmreihe zeigt, was Armut in Deutschland ganz konkret bedeutet. Zwölf Kurzfilme über junge Menschen, die mit „kaum mehr als nichts“ durchs Leben gehen. Wie aussichtslos eine alleinerziehende Mutter ihre Situation einschätzt, warum es sehr schwierig sein kann, eine Ausbildung als Koch zu finden und wieso niemand der Protagonisten sich selbst als „arm“ bezeichnet – diese und andere Fragen werden in den Kurzfilmen erklärt.
Kaum mehr als nichts
(Teil 1 von 2) | 2011 | 196 Min (Doppel-
DVD)
FSK: ab 12 Jahren | 40,– €
Der Film kann im Bundesamt ausgeliehen werden. Bitte per Mail anfragen.
In Deutschland sind Einkommen und Besitz ungleich verteilt. Es gibt einige wenige Reiche, viele mit mittlerem Einkommen und leider einige, die wenig Geld haben. Glücklicherweise gibt es bei uns ein Sozialnetz, das verhindert, dass Menschen in Deutschland verhungern müssen. Jedoch heißt das nicht, dass man ein Leben führen kann, das mit dem Leben von Menschen vergleichbar ist, die ausreichend Geld haben. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig dabei zu sein und dazu zu gehören. Wer es sich nicht leisten kann, kann nicht mitmachen. Schwimmbad, Sportverein, Kino, coole Klamotten, immer mal wieder ein Ausflug und erst recht das Sommerlager.
Auch um in der DPSG mitmachen zu können, braucht man Geld.
Absolute Armut heißt, dass das Einkommen nicht für die Existenzsicherung ausreicht. Das bedeutet, lebenswichtige Grundbedürfnisse können nicht gestillt werden (Ernährung, Unterkunft, ärztliche Versorgung usw.). Nach der Definition der Weltbank gilt als absolut arm, wer weniger als 1,25 US$ pro Tag zur Verfügung hat.
In Europa gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens ihres Haushaltstyps verfügen. Bei Alleinstehenden sind das in Deutschland 913 Euro im Monat, bei Familien mit zwei Kindern unter 14 Jahren 1.917 Euro (nach EU-SILC, Stand 2008). Diese Grenze beschreibt die Armutsrisikoquote.
In Deutschland gibt es Hochrechnungen zufolge 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche, die vom Risiko betroffen sind, in relativer Armut zu leben. Das bedeutet, dass sie weniger als 60% des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung haben. Sie sind „relativ“ arm, weil sie im Verhältnis zu den anderen um sie herum arm sind.
Die Zahlen, wie viele Menschen das betrifft, sind allesamt Hochrechnungen und je nach Berechnung sind die Zahlen unterschiedlich. Allerdings ist der Anteil der betroffenen Menschen im Laufe der letzten Jahre angestiegen. Und: Jede betroffene Person ist eine zuviel!
Jedes Schicksal hat seine eigene Geschichte. Von daher sind Verallgemeinerungen schwierig. Dennoch kann man einige Zusammenhänge feststellen. Für Kinder und Jugendliche steigt das Risiko, in Armut aufzuwachsen stark an, wenn eines dieser Merkmale auf ihre Familie zutrifft:
Das heißt natürlich nicht, dass diese Umstände automatisch zu Armut führen, aber das Risiko ist höher. Um das Risiko von Armut abzubauen, sind deswegen Bildung und der Zugang zum Arbeitsmarkt wichtig. Weiterhin braucht es gute Betreuungsmöglichkeiten, damit auch Alleinerziehende arbeiten können.
In Deutschland gibt es aufgrund der sozialen Sicherungssysteme nur sehr wenige Menschen, die in absoluter Armut leben, also hungern. Allerdings hat auch relative Armut Folgen, da die Betroffenen am Leben um sie herum nur eingeschränkt teilnehmen können. Für arme Kinder und Jugendliche ist es bei gleicher Eignung außerdem schwieriger, einen guten Schulabschluss zu erreichen und später einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie werden oftmals nicht angemessen gefördert.
Besonders schwierig wird es, wenn die Armut über lange Zeit bestehen bleibt. Dann verfestigt sich die Armut und es wird immer schwerer, aus dieser Situation herauszukommen. Die Folge ist, dass Kinder und Jugendliche immer wieder die Erfahrung machen, dass sie von ihren Altersgenossen „abgehängt“ werden, die auf der „Überholspur“ leben. Allzu oft haben sie nicht die Möglichkeit, sich gemäß ihrer Potenziale zu entwickeln. Das ist nicht nur für die betroffenen Kinder und Jugendlichen eine Katastrophe, sondern auch für die Gesellschaft.